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Bundesbürger für einheitliche Schulbildung in Deutschland

2010-04-01 10:06 von Norbert Schneider

In einer Umfrage des Allensbach-Institutes für Demoskopie im Februar diesen Jahres sprachen sich 61% der Befragten für die Zuständigkeit des Bundes bei der Schul- und Bildungspolitik aus! Nur 21% sind dafür, die Bildungspolitik im Entscheidungsbereich der Bundesländer zu belassen. Auf die Frage, mit welcher Schulnote die Schulpolitik ihres Bundeslandes benotet werden sollte, lagen die Durchschnittsnoten zwischen 3,3 und 4,2. Den besten Wert (3,3) erhielt Bayern, den schlechtesten (4,2) gaben die Bewohner Schleswig-Holsteins ihrer Landesregierung in Sachen Bildungspolitik.

 

Hauptproblem: Unterrichtsausfall und Klassenstärke
Ein großes Problem scheint für viele Eltern der Unterrichtsausfall zu sein. Nahezu zwei Drittel sind der Meinung, dass zu viele Stunden ausfallen. Als wichtigstes Problem wurde allerdings die Klassenstärke genannt: 69% der Eltern von Schulkindern sprechen sich für eine Verringerung der Klassenstärken aus. Auf relativ gleichem Niveau (um 45%) liegen die Problemstellungen: Sprachkenntnisse ausländischer Schüler, zu wenig Allgemeinbildung, uneinheitliche Schulabschlüsse in Deutschland sowie eine unzureichende Vorbereitung der Schüler auf das Berufsleben. Nach Meinung der Eltern sollten Schüler viel mehr entsprechend ihrer Begabungen gefördert werden (54%). Dazu sei eine bessere Ausbildung der Lehrer notwendig, meinen 48% der Eltern von Schulkindern ab 14 Jahren.

 

Ursachen für schlechte Leistung gleichmäßig verteilt
Für schlechte Leistungen in der Schule machen Eltern gleichermaßen Lehrer (71%) und das Elternhaus (65%) verantwortlich und sehen eine Hauptursache im Freizeitverhalten der Schüler. Diese würden zu viel fernsehen und Computer spielen (70%)!

 

Achtjähriges Gymnasium in der Kritik
Die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium finden nur 35% der Eltern von Schulkindern für richtig. Die Mehrheit kritisiert das achtjährige Gymnasium und schlägt vor, den Lehrplan umzustellen, parallel beide Gymnasien anzubieten oder grundsätzlich zum neunjährigen zurückzukehren (39%). Wobei an diesem Punkt ein deutlicher Unterschied zwischen west- und ostdeutschen Eltern auffällt: im Osten sehen 68% im achtjährigen Gymnasium eher Vorteile.

 

Lehrkräfte sollen besser ausgebildet werden
Die Anforderungen an Lehrkräfte konzentrieren sich auf die Fähigkeit, Schüler begeistern und motivieren zu können und, gepaart mit fachlicher Kompetenz, einen guten, verständlichen Unterricht zu machen. Eher selbstkritisch sehen die antwortenden Eltern, dass Lehrer Erziehungsfehler ausbügeln müssen (63%). Nur 11% der Lehrer wurden als aufgeschlossen gegenüber neuen Unterrichtsformen eingeschätzt! Unentschieden fiel das Meinungsbild der Befragten insgesamt dagegen zur Forderung nach einer Benotung der Lehrer aus, wobei die Eltern selbst mehrheitlich dafür sind( 51% zu 34%).

 

Für ed-on e.V. heißt das: Rein in die Schulen, neue Unterrichtsformen aufzeigen und Lehrkräfte befähigen, den Unterricht zukunftsfähig zu machen.

Allensbach-Studie

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